Entstehung

Vorgeschichte

Wie bei vielen Vereinen ist auch Fairvereinen durch eine eigene Betroffenheit entstanden. Lars Horst erkrankte 2006 im Alter von 26 Jahren an unerklärlichem Zucken der Exträmitäten mit einer schweren Gangstörung und chronischen Schmerzen. Ab September 2011 wurden die Schmerzen unerträglich, er war durch eine hohe Medikation mit Schmerzmitteln geistig kaum mehr anwesend und bettlägrig.

Wendepunkt

Lars bekam eine Schmerzpumpe, Medikamente können wieder in kleiner Menge verabreicht werden. Die Schmerzen sind auszuhalten, die Myoklonien in einem erträglichen Maß und der Kopf ist wieder klar. Jetzt hätte er wieder am Leben teilnehmen können.

Zurück ins Leben finden

Doch um am Leben teilzuhaben, war ein neuer Rollstuhl nötig. Der vorhandene Pflegerolli war zu groß, schwer und klobig. Weder hätte Lars damit das Haus allein verlassen können, noch konnte einer der Pflegenden ihn länger als ein paar Minuten schieben; Öffentliche Verkehrsmittel waren kaum nutzbar. Daher wurde ein neuer  Rollstuhl mit Handbike und Hilfsmotor beantragt. Über ein halbes Jahr später war der Rollstuhl noch immer nicht genehmigt und Lars verbrachte immer noch die meiste Zeit im Bett und baute körperlich weiter ab. Um das Recht auf Teilhabe am Leben durchzusetzen, hätte es noch Monate oder sogar Jahre und viel Geduld, Ausdauer, Nerven und Zeit gebraucht - Zeit, die Lars und seine Frau Claudia nicht hatten. Mit jedem Tag baute er durch die Bettlägerigkeit weiter ab. Ein sinnloses Existieren... (ausführlich kann man seine Geschichte auf lars-horst.de lesen).

Ein Verein wird geboren

Es stellte sich die Frage: Was tun? Claudia und Lars kamen mit vielen Leuten ins Gespräch und mussten feststellen, dass immer mehr Menschen in einer ähnlichen Lage sind. Man müsste sich ein benötigtes Hilfsmittel ausleihen können. Es muss etwas getan werden, um das Miteinander zu fördern und aufzubauen. Es kam die Idee eines Vereins auf, mit dem man all das umsetzen könnte. Gemeinsam kann man Barrieren überwinden und die Welt ein bisschen besser machen. Nicht mehr gebrauchte Hilfsmittel gibt es viele. Diese zu sammeln, in Einzelfällen auch Neue oder Gebrauchte zu kaufen und zu verleihen ist eine machbare und sinngebende Aufgabe - und war der Aufhänger für die Gründung des Vereins.

Die Idee und auch Ideologie stieß nicht auf taube Ohren. Innerhalb einer Woche hatten sie schon so viel begeisterte Zustimmung von Familie, Freunden und Nachbarn erhalten, dass das Projekt Vereinsgründung angegangen wurde und Arbeitsgruppen in den unterschiedlichsten Tätigkeitsbereichen entstanden.

Nur wenige Wochen später, am 23. März 2013, fand die Gründungsversammlung von Fairvereinen statt.