Inklusion

Es scheint auf den ersten Blick schlüssig, dass der Begriff Inklusion im Alltag und in den Medien hauptsächlich in Bezug auf „Behinderung“ diskutiert wird. Dies ist jedoch falsch. Inklusion greift weit darüber hinaus.

Inklusion ist keine Erweiterung der Integration. Sie ist auch kein Gesetz, welches von der Bundesregierung vorangetrieben wird. Inklusion ist ein Menschenrecht und ein dauernder Prozess, der von allen Menschen der Gesellschaft gestaltet und gelebt werden muss. Damit beschreibt Inklusion vielmehr den „Zustand einer Gesellschaft“. Nicht der einzelne Mensch hat sich zur Wahrung seiner Rechte der Gesellschaft anzupassen. Das gesellschaftliche Leben muss von vornherein für alle Menschen ermöglicht werden.

Die Inklusive Gesellschaft

In einer inklusiven Gesellschaft ist „Anders sein“ normal und die Unterschiede werden bewusst wahrgenommen. Jeder wird unabhängig von Geschlecht, Alter oder Herkunft, Religion oder Bildung, von eventuellen Behinderungen oder sonstigen individuellen Merkmalen akzeptiert. Es gibt keine festgelegte Normalität, die jeder Mensch versucht zu erreichen oder zu erfüllen. Normal ist allein die Tatsache, dass Unterschiede vorhanden sind. Diese Unterschiede sollen jedoch als Bereicherung aufgefasst werden und haben keine Auswirkungen auf das selbstverständliche Recht auf Teilhabe am Leben in der Gesellschaft.

Aufgabe von Politik und Gesellschaft ist es, in allen Lebensbereichen Strukturen zu schaffen, die es allen Mitgliedern dieser Gesellschaft ermöglichen, sich barrierefrei darin zu bewegen. Es muss ein System geschaffen werden, welches an die Unterschiedlichkeit der Menschen angepasst ist und wo jeder seine selbst gesetzten Ziele und Interessen umzusetzen kann. Jeder Einzelne soll seine Besonderheiten mit einbringen können und somit eine wertvolle Bereicherung für die Gesellschaft sein.

 

Inklusion ist verwirklicht, wenn ...

  • jeder die gleichen Rechte hat und niemand benachteiligt wird.
  • alle die Möglichkeit auf eine Teilhabe an Bildung, Kultur und anderen gesellschaftlichen Bereichen haben.
  • jeder Mensch mit seinen persönlichen Eigenschaften und Merkmalen von der Gesellschaft akzeptiert wird.
  • jeder Mensch in vollem Umfang an der Gesellschaft teilhaben kann.
  • Unterschiede und Abweichungen bewusst wahrgenommen werden, deren Bedeutung aber eingeschränkt oder gar aufgehoben sind.
  • das Vorhandensein von Besonderheiten und Unterschieden nicht mehr als Solche gesehen oder gar in Frage gestellt werden, sondern viel mehr eine Bereicherung für die Gesellschaft sind.