Ämter & Behörden

Widersprüche

Schon bald werden Sie merken, dass man kaum etwas erreicht, ohne Wiederspruch einzulegen - ob Sie einen Behindertenausweis beantragen, Pflegestufe, Verhinderungspflege, Sachbezüge oder andere Leistungen. Lassen Sie sich hierdurch nicht entmutigen. Die einzige Ausnahme ist der Antrag für einen Behindertenausweis beim VersorgungsamtDort sollte nach Ablehnung einfach ein neuer Antrag gestellt werden. Die Zeit, die für den Widerspruch verstreichen würde, wäre um ein vielfaches länger und der Aufwand würde sich nicht lohnen. Daher bekamen wir mal den Tipp von einer Rechtsanwältin: "Immer schön neue Anträge stellen, bis der/die jeweilige SachbearbeiterIn schon sagen: Oh , nicht schon wieder".

Der Ton macht die Musik

Schriftverkehr

Bekommt man Post von einer Behörde, sind die Schreiben häufig formuliert, als wären Sie an einen Schwerverbrecher gerichtet oder man würde Ihnen direkt sämtliche Bezüge kürzen, sollten Sie einer Aufforderung nicht nachkommen (können). Das Behördendeutsch lässt die Einen schnell "Angst und Bange" werden und bringt die Anderen wiederum auf die Palme. Doch fühlen Sie sich von den Formulierungen des "Behördendeutsch" nicht persönlich angegriffen.

Besonders die "strengen Formulierungen" des Jobcenters lassen einen gern glauben, dass man morgen kein Geld mehr hat, wenn man nicht heute noch die Nebenkostenabrechnung einreicht - auch, wenn man sie noch gar nicht vorliegen hat. Dem ist aber nicht so. Hierbei ist es völlig egal, ob sie mit dem Jobcenter "gutgestellt" sind oder "auf Kriegsfuß" leben. Beispielsweise die Formulierungen und Androhungen von Sanktionen, wenn sie einer Aufforderung nicht nachkommen, sind immer gleich. Sie basieren auf rechtlichen Vorgaben, denen auch die Sachbearbeiter (manchmal nur wiederwillig) folgen müssen. Nehmen Sie sich die Bescheide also nicht zu sehr zu Herzen.

Kommunikation

  • Das eben genannte Beispiel, ein Dokument vorzulegen, welches sie selbst noch gar nicht besitzen (hier die Nebenkostenabrechnung), führt automatisch zum nächsten Punkt: Der Kommunikation mit den Behörden oder im besten Fall dem/der SachbearbeiterIn. Stecken Sie nicht den Kopf in den Sand und hoffen, dass nach der abgelaufenen Frist keiner das Fehlen des Nachweises bemerkt. Auch das Erröten, Aufstampfen und der Aufschrei "Wie soll ich das denn machen?!?! Den hab' ich doch selber nicht!!" hilft Ihnen nicht weiter. Teilen Sie statt dessen alles freundlich :o) dem entsprechenden Amt mit - ob schriftlich oder mündlich, spielt keine Rolle. Hierbei ist es egal, ob sie ein Schriftstück noch gar nicht vorliegen haben, einen Termin nicht wahrnehmen können oder einen Teil des Antrags vor Ihnen nicht verstehen und ausfüllen können. Die schlechteste Reaktion ist immer, nicht zu reagieren.

  • Besonders Sachbearbeiter gibt es solche, die ihren Job gerne machen und solche, die ihn auf Grund von unmöglichen Gesetzesänderungen nur noch wiederwillig ausführen. Es gibt solche, die sind meist freundlich, andere schauen immer so griesgrämig. Sie sollten immer freundlich bleiben. Zum einen bringt es Ihnen nichts, wenn sie pampig sind und sich aufregen (außer einem Vermerk in der Akte). Das wird Ihnen nicht zu Ihrem Recht verhelfen. Zum anderen hallt es aus dem Wald, wie man hineinruft. Der Mensch vor Ihnen ist auch nur ein Mensch und kann mal einen schlechten Tag haben.

Ein vielleicht nicht ganz so seriöser Tipp: Es gibt eine Fülle an so genannten Fun-Shirts mit unterschiedlichsten Motiven, die für einen Besuch bei einer Behörde/einem Sachbearbeiter wie gemacht sind. Diese Shirts sind zugegebenermaßen nicht ganz billig, doch versuchen Sie mal das Eis oder die schlechte Laune ihres Gegenübers mit einem dieser Motive zu brechen. Gut bewährt haben sich bisher das Motiv einer Schnecke auf einer Schildkröte und die Schnecke sagt "Huuuiiiii" oder das eines Kükens mit dem Zusatz "Kann Karate"

Vermerke in der Akte

Sie bekommen sie selbst nie zu sehen, können dort selbst auch nichts hinein schreiben und erst recht nichts daraus löschen. Trotzdem (oder gerade deshalb) sollten Sie Ihre Akte bei der Behörde pflegen und wie auf ein gutes Zeugnis hinarbeiten - denn Ihre Akte vergisst nie. Dort steht einfach alles was sie tun oder eben nicht tun, ob sie zuverlässig oder unzuverlässig sind, Fristen und Termine einhalten (oder eben Bescheid geben, wenn sie eine Frist oder einen Termin nicht einhalten können), ob Sie freundlich, unfreundlich oder gar kolerisch sind. Sie können also nicht selbst in der Akte schreiben, den Inhalt aber trotzdem beeinflussen. So kann ihr Sachbearbeiter manchmal oder auch häufiger wechseln. Und doch weiß er im Gegensatz zu Ihnen immer gleich, mit wem er es zu tun hat.