2017

„Erlebnistag Behinderung“

Bereits im Februar 2016 entstand auf einen Stammtisch die Idee eines Aktionstages am 05.05.2016 (Europäischer Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung), an welchem Behinderung erlebbar gemacht werden und einen Einblick in die alltäglichen Probleme, Gefühle, Wünsche und Träume behinderter Menschen geben sollte. Das Interesse allein auf die Idee war jedoch schon so groß, dass der Aktionstag auf das Jahr 2017 verschoben wurde.

Am 5. Mai, dem europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung, veranstaltete das für diesen Anlass durch Fairvereinen gegründete Lübecker Aktionsbündnis „GEMEINSAM erLEBEN“, bestehend aus zahlreichen Organisationen, Selbsthilfegruppen und Einzelpersonen, den Aktionstag "Behinderung gemeinsam erleben", um Behinderungen einmal für alle Menschen erlebbar zu machen und somit zu einer bunten und inklusiven Stadt Lübeck beizutragen.

Das Wetter war überhaupt nicht auf unserer Seite: Kälte, Regen und Sturmböen erschwerten den Aufbau und die Durchführung der Veranstaltung enorm. Doch gemeinsam konnten alle Probleme gelöst werden, so dass der Erlebnistag pünktlich um 13 Uhr durch den Schirmherrn Sven Schindler (Senator für Wirtschaft und Soziales der Hansestadt Lübeck) eröffnet werden konnte. Dieser gab in seiner Eröffnungsrede der Wetterlage passend dem Begriff "Schirmherr" eine ganz neue Bedeutung, unter einem überdimensionierten, notwendigen Schirm stehend. Die nachfolgende Begrüßung durch das Aktionsbündnis wurde in verschiedenen Darstellungen vorgetragen, etwa rückwärts, in Plattdeutsch, in Gebärdensprache oder im „Tafeldialog“. Dies führte besonders anfänglich zu Verwirrung unter den Besuchern und erzielte den gewünschten Effekt - ein beklemmendes Gefühl, irgendwie ausgeschlossen zu sein.

Im Folgenden erwartete die BesucherInnen ein abwechslungsreiches Programm mit zwei energiestrotzenden Drum Circles, einer Radio-Live-Sendung im offenen Kanal und einem DJ. Besonders die Gebärdensprache-Workshops, durch welche Heiko Zienert vom Lübecker Gehörlosenverein führte, und das Theaterstück vom "tribüHne Theater" waren gut besucht und erfuhren große Begeisterung.

Neben dem Programm hatten die Gäste bei vielen Simulationen den ganzen Tag hindurch die Möglichkeit, die Tücken des Alltags mit physischer oder psychischer Behinderung kennenzulernen. Ein Workshop zum Thema "Glück" zeigte die Gemeinsamkeiten von behinderten und nichtbehinderten Menschen auf. Eine Audio-Simulation „Stimmen im Kopf“ zeigte die mögliche Belastung bei „Stimmenhörenden“ eindrucksvoll auf. Besonders aber der Rollstuhlparcours führte viele an ihre Grenzen und zeigte, dass selbst eine kleine Steigung schon eine große Barriere sein kann.

Trotz des schlechten Wetters waren jedoch einige hundert Gäste auf dem Lübecker Rathausmarkt und die Resonanz der BesucherInnen war durchweg positiv. Viele meldeten bereits Interesse für den nächsten Aktionstag an. Dies lies schnell feststellen, dass es eine Fortsetzung geben wird und dieser Tag noch größer, bunter und abwechslungsreicher werden wird.

Lübecker Ostermarsch

Auf Grund von Kriegen, der weltpolitischen Situation, besonders jedoch dem zunehmenden Einfluss rechter Gruppierungen und Parteien mit deren menschenfeindlichen Einstellungen sind auch soziale Vereine wie Fairvereinen e.V. wieder in der Friedensbewegung gefragt. Denn Pöbeleien und Beschimpfungen gegenüber ausgegrenzten Gruppen wie behinderten Menschen nehmen wieder stark zu und letztendlich fielen schon einmal hunderttausende behinderte Menschen dem Nationalsozialismus zum Opfer. Daher war dieser auch 2017 wieder bei der Planung des Ostermarsches im Friedensforum dabei.

Auf Grund der erfolgreichen Arbeit des Vereins und großer Überzeugungsarbeit im Friedensforum konnte der Verein erreichen, dass es einen seperaten Infoflyer in einfacher Sprache zum Ostermarsch gibt. Außerdem konnten einige Institutionen wie beispielsweise KISS Lübeck oder der Lübecker Gehörlosenverein als Unterstützer und Teilnehmer der Demo gewonnen werden.