2016

Das Engelsystem - Eine Bereicherung für alle (Helfer)

Mit dem Engelsystem hat Fairvereinen eine Plattform zur Verfügung gestellt, um Veranstaltungen und ehrenamtliche Tätigkeiten einfach koordinieren zu können. An diesem Informationsabend wurden die Möglichkeiten und Arbeitsweisen des Engelsystems erklärt und näher erläutert.

Gibt es beispielsweise 5 verschiedene Standorte mit verschiedenen Aufgaben für Flüchtlingshilfe, lassen sich sämtliche Aufgaben aller Standorte über das Engelsystem organisieren und koordinieren. In den Orten werden die jeweiligen Aufgaben als Schichten mit einer bestimmten Anzahl an benötigten Helfern erstellt. Für die ehrenamtlichen Helfer, die Engel, ist so direkt ersichtlich, wann an welchem Standort wie viele Helfer für welche Aufgaben benötigt werden. Zur besseren Organisation lassen sich die Engel noch in Engeltypen unterteilen, welche dann bestimmten Gruppen zugeordnet werden können. Auf die gleiche Weise lassen sich (Teilnehmer von) Veranstaltungen koordinieren.

Vom Engelsystem profitieren sowohl ehrenamtliche Helfer und Organisatoren, als auch diejenigen, die deren Hilfe brauchen. Und je mehr Menschen mit dem Engelsystem arbeiten, desto größer ist der Nutzen.

Lübecker Ostermarsch

110"Wer Waffen sät, wird Flüchtlinge ernten." Angesicht der politischen Weltlage hat das Friedensforum Lübeck, welchem auch Fairvereinen angehört, den Ostermarsch nach 12 Jahren wieder nach Lübeck geholt. Mit Erfolg! Vorher gab es bereits Infostände, die über dieses Thema informierten. Hier wies Fairvereinen auf die Zeiten der Euthanasie, der Verfolgung von behinderten Menschen in Zeiten des Nationalsozialismus, hin.

„Für den Frieden, gegen den Krieg“ war das Motto der ca. 200 Demonstranten, die durch die Lübecker Innenstadt zogen. Auf Einladung von Fairvereinen waren auch viele behinderte Menschen vor Ort. Der Ostermarsch war der Anfang einer neuen Friedensbewegung in Lübeck sein. Deshalb haben Fairvereinen und andere Organisationen ein neues Friedensforum gegründet, welches auch in Zukunft die Friedensarbeit in Lübeck vorantreiben wird.

„Zeit für mehr Solidarität!“ - 1. Mai-Kundgebung

Traditionell rufen die Gewerkschaften am 1. Mai zur Kundgebung auf, um für sichere Verträge und andere arbeitsrechtliche und soziale Belange zu demonstrieren. Auch in Lübeck sollte es wieder gemeinsam mit unterschiedlichen Parteien und Organisationen eine Kundgebung mit anschließendem Familienfest geben. Fairvereinen hatte für dieses wie im vorigen Jahr zugesagt.

Der Stadtverband des DGB Schleswig-Holstein Südost fasste jedoch einen Beschluss, der verschiedene kleinere Parteien und gewisse Organisationen vom gemeinsamen Fest ausschloss. In Nachgesprächen mit dem DGB wurde der Beschluss nachformuliert, so dass die meisten Parteien und Organisationen hätten teilnehmen können, doch immer noch nicht alle.

Dieser Beschluss war nicht nur auf Grund seines Mottos "Zeit für mehr Solidarität" widersprüchlich. Die Geschichte der Arbeiterbewegung wurde komplett ignoriert. Eine solch undemokratische Haltung konnte von Fairvereinen nicht toleriert werden und ist sowohl mit den Vereinszielen als auch der Satzung nicht vereinbar. Der Verein steht für die Förderung des demokratischen Staatswesen und nicht den Abbau der Demokratie. Eine eigene Meinungsbildung kann nur funktionieren, wenn man alle Seiten eines Themas durchleuchten kann.

Daher zeigte sich Fairvereinen mit den ausgeschlossenen Parteien solidarisch und sagte die Teilnahme am Familienfest ab. 11 Verbände, Organisationen und Parteien folgten diesem Beispiel und schlossen sich zu dem Bündnis „DGB - Das geht besser“ zusammen. Ziel des Bündnisses war es, eine gemeinsame Mai-Feier für 2017 zu organisieren.

So kam es, das alle gemeinsam an der Demo teilnahmen, doch dann trennten sich die Gruppen. Bei der Abschlusskundgebung bildeten die „Ausgeschlossenen“ ein Spalier, am Ende ein Banner mit den Worten „Solidarität ist unteilbar“. Durch dieses mussten alle Teilnehmer und Besucher des Familienfestes unter Solidaritätsgesängen hindurch gehen, um zum Veranstaltungsort zu gelangen. An dem Fest nahmen neben den Einzelgewerkschaften letztendlich nur noch die SPD teil.

Im Nachgang wurde der Beschluss des DGBs umformuliert, so dass 2017 wieder alle Parteien und Organisationen teilnehmen können. Dieser Änderungsbeschluss ist zu einem großen Teil Fairvereinen zuzuschreiben, da der Verein eine solch undemokratische Haltung sofort missbilligte und sich fast alle Teilnehmer des Familienfestes solidarisch zeigten und diesem Beispiel folgten.

Europäischer Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung

Mit einem bunten und roten Teppichen wurde der Unterschied zwischen Inklusion (für die ganze Gesellschaft) und exklusivem Zugang (nur für bestimmte Menschen und Gesellschaftsgruppen) bildlich dargestellt. Zu dieser Aktion waren alle Menschen Lübecks herzlich eingeladen mitzumachen, denn in einer inklusiven Gesellschaft hat jeder einen Platz. Alle Menschen sollen gleichberechtigt am Leben teilnehmen können.

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Mit dieser Aktion wurde den Menschen Inklusion näher gebracht. Jeder brachte etwas zu essen mit und inmitten der Fußgängerzone standen Menschen verschiedener Herkunft, Arbeitslose, Obdachlose, Behinderte, Geflüchtete, Menschen mit viel und wenig Geld zusammen. Man hat zusammen gegessen, sich ausgetauscht, geklönt, informiert und ein klares Zeichen gesetzt: Inklusion exklusiv für Menschen mit Behinderung ist nicht nur ein Widerspruch in sich, sondern birgt zudem Gefahren. Neid uns Hass würden geschürt und rechtsorientierte Personen bekämen weiteren Nährboden. Inklusion kann nur funktionieren, wenn sie für alle Menschen gilt.

Radio-Live-Sendung auf dem Hanse-Kultur-Festival

Auf dem Hanse-Kultur-Festival war Fairvereinen zu Gast beim Offenen Kanal Lübeck in der Sendung RadioAktiv. Das Thema der Sendung war Behinderung. Neben allgemeinen Fragen zu dem Thema ging es neben dem Begriff „Behinderung“ selbst um die Auswirkungen einer Behinderung auf das persönliche Umfeld, Akzeptanz und Toleranz, Behinderung in der Gesellschaft und im Nationalsozialismus und dem Unterschied von Integration und Inklusion. Alle Beteiligten hatten viel Spaß an der Sendung und es wurde bereits über eine Folgesendung gesprochen.

Dieses Vorhaben wurde dann auch wenige Wochen später von RadioAktiv und Fairvereinen in die Tat umgesetzt und es entstand das Projekt "Mein Name ist Mensch". In der Radiosendung wird mit wechselnden Gästen aus unterschiedlichen politischen und gesellschaftlichen Bereichen über aktuelle gesellschaftspolitische Themen diskutiert. Bisher behandelt wurden Themen wie Behinderung, Inklusion, Pflege Euthanasie (Behinderte in Zeiten des Nationalsozialismus) oder Hartz IV. Die Sendung läuft jeden letzten Montag im Monat von 19-20 Uhr im Programm des Offenen Kanal Lübeck.

Infostand zum Tag der Befreiung (8. Mai 1945)

Am 8. Mai 1945 wurde ganz Europa vom Faschismus befreit. Zum Tag der Befreiung wurde darüber informiert, wie entsprechend der Rassenlehre mit den so genannten "Defektmenschen" in Zeiten den Nationalsozialismus verfahren wurde, wie sie zwangssterilisiert, in Massentötungsanstalten vergast wurden und was die Befreiung vom Nationalsozialismus für behinderte Menschen bedeutete. Selbstverständlich aber war auch der Weg von der Exklusion, über die Seperation und Integration bis hin zur Inklusion ein Thema. Außerdem wurde darüber informiert, dass rechtes Gedankengut in einer Inklusiven Gesellschaft keinen Platz mehr hätte, da jeder Mensch in seiner Verschiedenheit so akzeptiert würde, wie er ist.

Aktionen gegen die Infostände der Bundeswehr bei der Jobmesse an den Berufsbildenden Schulen und der Jobmesse in der MuK

9 Schultage lang hat Fairvereinen gemeinsam mit der DFG-VK und dem Friedensforum Lübeck Aktionen unter dem Motto "Kein Werben fürs Töten und Sterben - Bundeswehr abschaffen" vor einem Berufsschulzentrum in Lübeck sowie 2 Tage vor der MuK Infostände veranstaltet.

115An jedem Morgen um 7.15 Uhr, wenn der Infotruck der Bundeswehr auf den Pausenhof der Emil-Possehl-Schule in Lübeck fuhr und die ersten SchülerInnen kamen, standen Aktive vom 4.10. bis zum 14.10.2016 bereits an der Zufahrt. Transparente, Plakate, ein Infostand und ein Sarg zum "Probeliegen für zukünftige BundeswehrsoldatInnen" waren schon aufgebaut. Flyer „Lilly“ und „Widerspruch“ wurden an die 3000 SchülerInnen des Berufsschulzentrums verteilt.

Die Reaktionen waren vielfältig - von "Wer soll Deutschland dann verteidigen" bis "super, gut dass Ihr da seid". In den Schulpausen gab es zahlreiche Gespräch mit SchülerInnen, die extra vor den Eingang kamen. Lehrkräfte nahmen Material mit, außerdem gab es zwei Einladungen, um in Schulklassen zu sprechen. Die Aktion mit der Forderung "Bundeswehr abschaffen" war Gesprächsthema in der ganzen Schule - unter den SchülerInnen und auch Lehrkräften.

Lübecker CSD (Christopher Street Day)

Auch 2016 nahm Fairvereinen wieder an der Demonstration und mit einem Infostand am Straßenfest des Lübecker CSD teil. Das diesjährige Motto war „Akzeptanz statt Toleranz“ und damit wie gemacht für Fairvereinen. Hierbei ging es nicht nur darum, den Besuchern den großen Unterschied zwischen diesen beiden häufig ähnlich verwendeten Begriffen deutlich zu machen, sondern vielmehr den Zusammenhang von Akzeptanz und Inklusion zu sehen und zu verstehen.

Auch wenn viele Menschen unglaublich stolz auf ihre Toleranz sind, ist sie nicht mehr als ein Gnadenakt und bedeutet soviel wie ertragen, aushalten, erdulden. Einen Menschen zu tolerieren heißt also das „Anderssein“, andere Auffassungen, Meinungen und Einstellungen eines Menschen zu erdulden und zu ertragen. Inklusion durch bloße Toleranz ist nicht möglich. Sie bewirkt lediglich das passive „nebeneinander her leben“ der Menschen, wie es bei der Integration der Fall ist. Für eine inklusive Gesellschaft ist jedoch eine aktive Auseinandersetzung mit dem Anderen nötig.

Akzeptanz bedeutet ursprünglich soviel wie annehmen, übernehmen, gutheißen. Einen Menschen zu akzeptieren bedeutet folglich das „Anderssein“, andere Auffassungen, Meinungen und Einstellungen eines Menschen anzunehmen. Akzeptanz ist eine Voraussetzung für die Inklusion, da man sich aktiv mit dem Anderen auseinandersetzen muss. Das Akzeptieren des Anderen geschieht über das Verstehen. Verstehen setzt jedoch Kontakt und Kommunikation voraus. Akzeptanz ist eine Voraussetzung für die Inklusion. Inklusives Zusammenleben erfordert eine bestimmte Haltung, die mit dem Abbau von Vorurteilen und Berührungsängsten, aber auch die Wertschätzung gegenüber dem Andersartigen erreicht werden soll.

Veranstaltungen mit dem Friedensforum Lübeck

Deutsche Außen- und Sicherheitspolitik - „Neue Macht, neue Verantwortung“

Nach dem erfolgreichen Ostermarsch in Lübeck war dies die erste Veranstaltung vom Friedensforum. „Denkfabriken“ arbeiten seit 2012 im Auftrag des Außenministeriums und des Verteidigungsministeriums an einer neuen außen- und sicherheitspolitischen Strategie. Deutschland soll seinen Einfluss als Führungsmacht in Europa auch außenpolitisch und im militärischen Bereich zur Geltung bringen. Auf der Münchner Sicherheitskonferenz 2014 hat der Bundespräsident und die Minister Verteidigung und Außenpolitik diese Strategie öffentlich gemacht. Die ersten Versuche dieser Politik zeigen miserable Ergebnisse.

Antikriegstag 2016 - Sätze für den Frieden

Der Antikriegstag oder Weltfriedenstag wird alljährlich vielerorts als Gedenktag der unzähligen Opfer begangen und erinnert an den Beginn des Zweiten Weltkrieges am 1. September 1939. Mit dem Gedenktag bekräftigt man Forderungen wie „Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus“, „Aufrüstung und Beteiligung an Kriegen stoppen“ oder „Offene Grenzen für Menschen auf der Flucht vor Krieg, Verfolgung und Not“.

Zu diesem Thema rezitierte der Schauspieler Rolf Becker Texte gegen den Krieg für den Frieden und hielt einen Redebeitrag zur aktuellen Situation. Außerdem wurden vertonte Texte von Erich Mühsam und anderen Dichtern und Denkern durch Gitarre und Gesang vorgetragen. Infostände informierten zu der Thematik.

Die Rede von Rolf Becker können Sie sich hier noch einmal anhören.