2013

Guck nochmal... (Workshop) - 24. August 2013

Aufbauend auf den ersten Workshop „Guck mal“ gingen wir gemeinsam los um zu vergleichen, wie sich unsere Sichtweise nach 2 Wochen verändert hat. Die Teilnehmer berichteten, dass das Hingucken das Leben beeinflusst. Die meisten empfanden dies als Bereicherung, erzählten aber auch von Problemen, die entstanden sind. Es zwingt unter anderem zum Nachdenken und Dinge, die unangenehm sind, kann man nicht mehr einfach verdrängen. „Das habe ich nicht gewusst“ wird zu „Ich habe es gesehen“.

Wer nie richtig hingesehen hat, stößt schnell an eigene Grenzen. Als wichtig wurde bewertet jemanden zu haben, mit dem man über das Gesehene reden und sich austauschen kann. Als schwierig stellten einige auch den Umgang mit der Konzentrationsfähigkeit dar. Man muss unterscheiden lernen, ob man hinsieht, um zu entspannen, oder ob man über seine Umgebung und Umwelt etwas erfahren und lernen will. Hinsehen verlangt viel Eigendisziplin und Übung. Niemand möchte sich durch das Hinsehen schaden. Im Gegenteil: Es soll uns guttun und eine Bereicherung sein. Dies hatten wir im ersten Workshop ja auch schon festgestellt.

Hinsehen kann das Leben bereichern:

  • Es macht Spaß hinzusehen: Mit ein bisschen Übung immer mehr.
  • Man nimmt seine Mitmenschen und die Umwelt wahr: Dadurch kann man sich gegenseitig besser helfen und anderen zur Seite stehen
  • Es kann Glücksgefühle auslösen: Es macht irgendwie ein bisschen süchtig
  • Das Bewusstsein verändern: Man denkt über viel mehr nach
  • Das Gehirn wird trainiert: Es bleibt fit und die Konzentration wird gesteigert
  • Es hilft bei Meinungsfindungen - durchs Wahrnehmen und Denken
  • Es regt zum Nachdenken an
  • Die geweckte Neugierde auf die Umgebung und Umwelt erweitert den Horizont
  • Zeit wird anders und sinnvoll genutzt
  • Kommunikation mit anderen Menschen wird gestärkt
  • Missstände werden sichtbar - aber auch Schönes

Fazit: Hinsehen ist toll, und wenn man mal nicht will ist es auch o.k. Hauptsache man macht es gerne!

Inklusion (Themenabend) - 16. August 2013

Der Themenabend „Inklusion“ fand im Gewerkschaftshaus statt. Lars Horst eröffnete den Abend und 15 Teilnehmer folgten interessiert seinem Ausflug in die Geschichte. Den ersten Erkenntnissen von Menschen mit Behinderung vor über 40.000 Jahren folgten Ausführungen zu den Begriffen Exklusion, Seperation und Integration. Bei der Entstehung der Inklusion und in der Gegenwart angekommen wurde der Begriff und der heutige Stand in Deutschland und anderen europäischen Ländern näher erläutert. Ein Einblick in das Schulsystem und inklusive Leben Norwegens zeigte, dass eine inklusive Gesellschaft möglich ist. Als nächstes berichtete Claudia Horst über die Ergebnisse der Vereinsarbeit mit Blick auf unsere Gesellschaft und Politik.Sie führte an, wo die Barrieren beim Vorantreiben der Inklusion liegen und was getan werden muss, um diese zu beseitigen.

Jeder Teilnehmer bekam eine Präsentation des Abends und nach einer kurzen Pause diskutierten wir über Ideen, die Inklusion besonders auch hier in Lübeck voranzutreiben. Mit Begeisterung wurde die Idee zur Gründung eines Forums aufgenommen, eine regelmäßige Arbeitsgruppe hingegen fand nicht sehr viel Anklang. Um jedoch auch Menschen ohne Computer und Internetzugang einen Austausch zu ermöglichen, beschlossen wir zusätzlich zum Forum einen „Stammtisch“ zu organisieren. Außerdem können sich Interessierte per Post über den Aufbau und die Themen des Forums informieren und ihre Meinung zu einzelnen Themen auch auf gleichem Wege äußern. Näheres hierzu wird noch bekannt gegeben. Mit Ende der Veranstaltung waren viele Teilnehmer gespannt auf die weitere Vereinsarbeit und versicherten, dass sie sich weiter beteiligen würden.

Guck mal... (Workshop) - 10. August 2013

„Ein gelungener Auftakt“ titulierte einer der schon erfahreneren „Hingucker“ unseren ersten Workshop. Nach anfänglicher Verzögerung (wir mussten einen Regenschauer abwarten) starteten wir zu einem 10 minütigen Spaziergang zu einer Sitzgruppe im Park Mönkhofer Weg. Hier erhielt jeder Teilnehmer einen Notizblock und einen Stift. Aufgabenstellung: Aufzuschreiben, was man in den letzten Minuten gesehen hat. Es gab Reaktionen von erstem Stöhnen, aber auch lächeln, ratlosen Gesichter, eifrigen Schreibern, fragende Blicke und eine stolze, weil geübte, Jugendliche. Auf Wunsch einiger Teilnehmer verlängerten wir die Zeitvorgabe um 5 Minuten. Dann lasen wir einer nach dem Anderen vor, was wir gesehen hatten.

Schnell wurde klar: Sehen ist sehr individuell und hängt von mehreren Faktoren ab:

  • Den Interessen, die eine Person hat,
  • Den anderen Sinnesorganen und der Wahrnehmung,
  • Der Konzentrationsfähigkeit,
  • Der vorhandenen Neugierde auf die Umgebung und Umwelt,
  • Der Bereitschaft über das Gesehene nachzudenken,
  • Der eigenen körperlichen und geistigen Verfassung,
  • Der Möglichkeit, sich Zeit dafür zu nehmen.

Fest steht: Hinsehen kann das Leben bereichern, denn

  • es macht Spaß hinzusehen.
  • man nimmt seine Mitmenschen und die Umwelt wahr.
  • es kann Glücksgefühle auslösen.
  • das Bewusstsein verändern.
  • das Gehirn wird trainiert.
  • es hilft bei Meinungsfindungen.
  • es regt zum Nachdenken an.

Wir setzten unseren Spaziergang fort und diskutierten dabei rege über das Festgestellte. Ein Teilnehmer berichtete, dass er auf seinem Zettel eigentlich nur Sachen aufgeschrieben hatte, von denen er wusste, dass sie da waren. Er hatte seine Umgebung noch nie richtig bewusst wahrgenommen. Er ging immer mit gesenktem Blick auf die Fußspitzen und in Gedanken durch die Welt. Wir beobachteten unsere Mitmenschen und sahen, dass dies bei fast allen Spaziergängern der Fall war. Lediglich ein Kind war neugierig und fragte seinen Vater etwas. Dieser zog den Jungen jedoch mit gesenktem Kopf weiter.

Das Fazit war, dass man mit dem Hinsehen die eigene Stimmung beeinflussen kann. Schaut man die unterschiedlichen Bäume, Pflanzen oder den Himmel an, wirkt dies sehr entspannend. Beobachtet man die Menschen, macht es nachdenklich, usw. Je nach Lust und Laune kann man für sich selbst vieles erleben, genießen oder nachdenken. Hinsehen erweitert den Horizont und die eigene kleine Welt wird plötzlich unendlich groß.

Erste Erfolge mit Infostand / Die erste Demo - 24. Juni 2013

An unserem ersten Infostand konnten wir viele Flyer an interessierte Passanten verteilen. Der Zulauf auf unserer Website spiegelte das Interesse der Menschen wieder, da der Zulauf höher ausfiel als sonst. Sogar bekannte Gesichter vom ersten Themenabend kamen zu uns, um mit uns noch einmal das Gespräch zu suchen.
Auch die erste Demo für mehr Demokratie hatte schon beim ersten Mal mehr Aufsehen erregt, als erwartet, obwohl kurz vorher Regen einsetzte. Doch um Punkt 18 Uhr war es wieder trocken. In einer noch kleinen Gruppe wurden einfach Handzettel mit den Worten "Wir sind das Volk" hochgehalten. Manche Passanten haben uns belächelt, manche gingen nur kopfnickend vorbei. Nach kurzer Zeit kamen die ersten Passanten auf uns zu und fragten interessiert nach.

Ein Verein stellt sich vor (Themenabend) - 14. Juni 2013

Vorstellung albumseiteDas war doch mal ein gelungener Auftakt! Mit einer 90-minütigen Veranstaltung haben wir uns am Freitag der Öffentlichkeit vorgestellt. Dies mit dem ersten Themenabend zu verbinden fand großen Zuspruch, so wie auch die geplanten Aktionen und ein erster Einblick in die kommende Vereinsarbeit. Besonders die Ideen der Nachbarschaftshilfe und des Mitgliedersponsoring (dass also Menschen, die sich den Mitgliedsbeitrag nicht leisten können, sponsern lassen - ein Mitglied zahlt zwei Beiträge) wurden begeistert aufgenommen. Über so manche Themen, die Sie in Zukunft auf den Veranstaltungen erwarten, wurde direkt diskutiert, was uns gespannt und voller Erwartung in die Zukunft blicken lässt.

Gefreut hat uns, dass Herr Jakob von den Lübecker Nachrichten anwesend war, der die komplette Veranstaltung mitverfolgte. Mit Selbigem gingen wir anschließend noch nach draußen um ein paar Fotos zu machen. Diese werden in Bälde mit einem ausführlichen Bericht über uns und den Verein veröffentlicht. Auch wir hatten einen Fotografen bestellt, der ein paar tolle Aufnahmen gemacht hat. Danke dafür, Sebastian!

Überrascht waren wir, dass fast alle Teilnehmer auf uns im Hörsaal gewartet haben. Der Abend endete nach einer interessanten Diskussion aller Anwesenden über unsere Vorhaben. Ein bisschen Schade war jedoch, dass viele der angemeldeten Gäste nicht anwesend waren. Um so mehr möchten wir uns bei denen bedanken, die uns ihre Zeit geschenkt haben.

Die Tage nach der Veranstaltung folgten für uns noch viele Gespräche mit Freunden, Nachbarn und Bekannten, die nicht an dem Abend teilnehmen konnten.