2017

Lübecker Ostermarsch

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Krieg darf kein Mittel der Politik sein!

Weltweit rasseln Machthaber und Regierungen mit den Säbeln.In der ganzen Welt herrschen Kriege um Rohstoffe, Geld und Macht. Wir sehen mittlerweile jeden Tag Bilder von verwüsteten und zerstörten Städten und Landschaften.

Auf Grund dessen rief das Friedensforum Lübeck auch 2017 wieder zum Ostermarsch auf. Im Vorwege gab es bereits Infostände von unterschiedlichen Initiativen und Parteien. Obwohl das Wetter mit Regenschauern und Sturmböen wirklich nicht auf der Seiten der Demonstranten war, ließen sich diese nicht davon abhalten, ihre Forderungen klar kund zu tun: Friedliche Zusammenarbeit statt gewaltbereite Auseinandersetzung, Abbau von Waffen statt Abbau von Sozialleistungen und Politiker zur Sicherung des Friedens verpflichten.

Bereits im Vorfeld setzte sich Fairvereinen dafür ein, dass es auch einen Aufruf in einfacher Sprache geben sollte, um noch mehr Menschen zu erreichen. So fiel nicht nur auf, dass es trotz der Wetterlage mehr Teilnehmer gab als im Vorjahr, sondern auch behinderte Menschen an der Veranstaltung teilnahmen. Besonders aber freuten wir uns über die Anwesenheit einiger Gehörloser, welche wie KISS Lübeck den Aufruf sogar unterzeichnet hatten.

Erlebnistag „Behinderung gemeinsam erleben“

Am 5. Mai, dem europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung, veranstaltete das Lübecker Aktions-bündnis „GEMEINSAM erLEBEN“, bestehend aus zahlreichen Organisationen, Selbsthilfegruppen und Einzelpersonen, den Aktionstag "Behinderung gemeinsam erleben", um Behinderungen einmal für alle Menschen erlebbar zu machen und somit zu einer bunten und inklusiven Stadt Lübeck beizutragen.

Das Wetter war ganz klar nicht auf der Seite des Planungsteams: Kälte, Regen und Sturmböen erschwerten den Aufbau und die Durchführung der Veranstaltung enorm. Doch die Beteiligten schafften es, dass der Erlebnistag um 13 Uhr durch den Schirmherrn Sven Schindler (Senator für Wirtschaft und Soziales der Hansestadt Lübeck) eröffnet werden konnte. Dieser gab in seiner Eröffnungsrede der Wetterlage passend dem Begriff "Schirmherr" eine ganz neue Bedeutung, unter einem überdimensionierten, notwendigen Schirm stehend. Die nachfolgende Begrüßung durch das Aktionsbündnis wurde in verschiedenen Darstellungen vorgetragen, etwa rückwärts, in Plattdeutsch, in Gebärdensprache oder im „Tafeldialog“. Dies führte besonders anfänglich zu Verwirrung unter den Besuchern und erzielte den gewünschten Effekt - ein beklemmendes Gefühl, irgendwie ausgeschlossen zu sein.

Im Folgenden erwartete die BesucherInnen ein abwechslungsreiches Programm mit zwei energiestrotzenden Drum Circles, einer Radio-Live-Sendung im offenen Kanal und einem DJ; Besonders die Gebärdensprache-Workshops, durch welche Heiko Zienert vom Lübecker Gehörlosenverein führte, und das Theaterstück vom "tribüHne Theater" waren gut besucht und erfuhren große Begeisterung.

Neben dem Programm hatten die Gäste bei vielen Simulationen den ganzen Tag hindurch die Möglichkeit, die Tücken des Alltags mit physischer oder psychischer Behinderung kennenzulernen. Ein Workshop zum Thema "Glück" zeigte die Gemeinsamkeiten von behinderten und nichtbehinderten Menschen auf. Eine Audio-Simulation „Stimmen im Kopf“ zeigte die mögliche Belastung bei „Stimmenhörenden“ eindrucksvoll auf. Besonders aber der Rollstuhlparcours führte viele an ihre Grenzen und zeigte, dass selbst eine kleine Steigung schon eine große Barriere sein kann.

Trotz des schlechten Wetters waren einige hundert Gäste auf dem Lübecker Rathausmarkt und die Resonanz der BesucherInnen war durchweg positiv. Viele meldeten bereits Interesse für den nächsten Aktionstag an. Dies lässt schon jetzt feststellen, dass dieser noch größer, bunter und abwechslungsreicher werden wird.

Weitere Eindrücke und Informationen zur Planung für 2018 finden Sie auf www.gemeinsam-er-leben.de